Boxspringbett Aufbau – wie beim Auto?

Eines gleich vorneweg: Ein Boxspringbett kauft man nicht einfach so im Vorübergehen. Die Zusammenstellung des richtigen Betts erfordert einiges an Zeit und Überlegung. Das liegt zum einen am Boxspringbett-Aufbau und zum anderen an den zahllosen Varianten, in denen jede Komponente erhältlich ist. In vieler Hinsicht gleicht die Konfiguration eines Boxspringbetts der eines Autos und macht auch ebenso viel Arbeit. Das ist auch gut so: Im Bett verbringt man mehr Zeit als in seinem fahrbaren Untersatz, zumindest sollte es so sein. Daher sollte hier im Interesse eines ungestörten und gesunden Schlafs auch wirklich alles stimmen. Einen näheren Einblick in das Innenleben eines Boxspringbetts und was es dabei zu beachten gibt erhalten Sie hier.

Boxspringbett – warum eigentlich?

Die Frage, ob man sich ein Boxspringbett anschaffen sollte oder doch lieber ein normales Bett, gleicht in etwa der Alternative zwischen einer modernen Einbauküche und einer mobilen elektrischen Kochplatte auf einem Tisch. Mit beiden Varianten lässt sich Essen zubereiten, aber die Ergebnisse dürften sich doch markant voneinander unterscheiden.Ein Boxspringbett bietet gegenüber dem herkömmlichen Bett einige wesentliche Vorteile. Da ist zunächst der modulare Aufbau, der hier noch näher beschrieben wird. Er ermöglicht nicht nur die exakte Abstimmung auf die persönlichen Schlafgewohnheiten und Vorlieben, sondern auch den unkomplizierten Austausch einzelner Elemente, ohne dass gleich das ganze Bett unbrauchbar wird.

Der gesundheitliche Aspekt alleine genügt im Grunde schon, um sich für ein Boxspringbett zu entscheiden. Gemeint ist der Feuchtigkeitshaushalt des Menschen während des Schlafs. Im Laufe der Nacht sondert jeder Schlafende rund einen halben Liter Flüssigkeit ab, der in das Bett einsickert. Nur ein Boxspringbett ist in der Lage, damit richtig umzugehen. Aufgebaut wie ein Blasebalg, drückt es die Luft bei jeder Bewegung durch alle Elemente, bis sie unten austritt – einschließlich der während des Schlafs ausgeschiedenen Feuchtigkeit. Beim Aufstehen dehnt sich die Konstruktion aus und zieht frische Luft ins Innere. Die Probleme, die in normalen Betten durch Feuchtigkeitsbildung im Inneren der Matratze entstehen – einschließlich einem unerwünschten Ökosystem aus Pilzen, Hausstaubmilben und Bakterien – sind beim Boxspringbett so gut wie ausgeschlossen. Stolze Besitzer eines SUVs kennen einen weiteren Vorteil von Boxspringbetten bereits: die Einstiegshöhe. Boxspringbetten haben eine Mindesthöhe von 55 Zentimeter, oft auch mehr. Das macht vor allem das Aufstehen zu einem mühelosen Vergnügen. Sich nicht mehr im Halbschlaf aus Bodennähe hochkämpfen zu müssen – das ist schon ein erheblicher Zugewinn an Lebensqualität. Aber Vorsicht: es besteht Suchtgefahr. Jeder Boxspringbett-Besitzer, der nach dem Wechsel wieder in einem fremden, aber herkömmlichen Bett zu Gast war, weiß, was gemeint ist. Auf die bequeme Einstiegshöhe möchte man nicht mehr verzichten.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil wird beim Beziehen spürbar, und das jedes Mal aufs Neue. Der Kraftakt, die gesamte Matratze an allen vier Ecken hochwuchten zu müssen, um das Leintuch darunter zu bekommen, gehört beim Boxspringbett endgültig der Vergangenheit an. Das Laken kommt nämlich nicht um die Matratze, sondern nur um den dünnen Topper, der obenauf liegt. Das geht spielend leicht: Eine Ecke des Toppers hochknicken, Ecke des Spannbetttuchs herumlegen, Ecke loslassen – fertig. Durch das Zurückschnellen des Toppers spannt sich das Leintuch ganz von selbst. Ein weiterer Vorteil lässt sich in Abwandlung eines bekannten Sprichworts ausdrücken: Das Auge schläft mit. Boxspringbetten gibt es in einer grenzenlosen Vielfalt an Stilen und Materialien – da ist für jeden Geschmack und jeden Wohnstil mit Sicherheit etwas dabei. Auch der Geldbeutel spielt bei der Aufzählung der Vorteile eine wichtige Rolle. Der Hauptgrund: Ein Boxspringbett besteht nur aus Matratze – ein Gestell ist nicht erforderlich. Auch die Lebensdauer eines guten Boxspringbetts trägt auf Dauer gesehen zum Kostenvorteil dieses Bettentyps bei: Die Matratze ist auf eine Lebensdauer von mindestens 25 Jahren ausgelegt. Das macht ein Boxspringbett zu einer Anschaffung fürs Leben, denn die einzelnen Komponenten lassen sich einzeln austauschen. So erfährt das Bett von Zeit zu Zeit eine Frischzellenkur und ist wieder wie neu. Nachhaltiger geht es nicht.

Auf das Innenleben kommt es an

Auch bei näherer Betrachtung der qualitativen Aspekte von Boxspringbetten drängt sich der Vergleich mit Automobilen auf. Dank ihrer typischen Bauweise ähneln sich Boxspringbetten von außen oft auf verblüffende Weise, so wie das bei Autos der gleichen Typklasse der Fall sein kann. Sind zwei Boxspringbetten unterschiedlicher Hersteller mit ähnlichen Materialien und in ähnlichen Farben ausgestattet, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen, welches der beiden hohe Qualität aufweist und welches in die Schrottkategorie gehört. Um das zu erfahren, müssen Sie beim Boxspringbett Ihrer Wahl symbolisch die Motorhaube öffnen und einen näheren Blick auf das Innenleben werfen. Erst das – zusammen mit einer Prüfung der verwendeten Materialien und Fertigungsmethoden – erlaubt eine aussagekräftige Bewertung. Wie schon gesagt: Für den Kauf eines Boxspringbetts sollten Sie etwas Zeit mitbringen. Und die Nachteile? Auch nach längerer Recherche sind keine auszumachen. Außer vielleicht, dass Sie oft keine Lust haben werden, das kuschelige Bett zu verlassen. Ob das wirklich ein Nachteil ist, müssen Sie selbst beurteilen.

So ist ein Boxspringbett aufgebaut

Boxspringbetten gibt es in zwei Varianten: Die amerikanische Version besteht aus zwei Elementen – dem Untergestell – Boxspring genannt – und einer hohen Matratze obenauf. Die skandinavische Variante besteht aus dem Boxspring, einer etwas niedrigeren Matratze und obenauf dem flachen Topper. Erst die skandinavische Variante bringt alle Vorteile des Boxspringbetts voll zur Geltung, deshalb beschäftigt sich dieser Ratgeber ausschließlich mit ihr. Der komplette Boxspringbett-Aufbau enthält noch die Füße, auf denen das Untergestell ruht, und das Kopfteil. Die Füße sind ein zusätzliches Element, um eine komfortable Einstiegshöhe zu erreichen. Das Kopfteil dagegen hat ausschließlich dekorative Aufgaben.

Das Boxspring – Die Basis von allem

Das Fundament, auf dem das gesamte Gebilde des Betts ruht, ist das Boxspring. Seine Aufgabe erschließt sich aus dem Namen: Box – das steht für Kasten, Spring ist die englische Bezeichnung für Feder, beziehungsweise in Bezug auf das Boxspringbett für den Federkern.Das Untergestell ist also ein Kasten zur Aufnahme des Federkerns, auf dem die Matratze ruht. So weit, so einfach, doch nun geht es erst richtig los. Es gibt nämlich unterschiedliche Ausführungsarten des Federkerns, und jede davon hat ihre typischen Eigenschaften.

Diese Variante ist die aufwendigste und damit teuerste Form. Darin sind die Federn für die Matratzenauflage gleichmäßig bis zum Rand über die gesamte Auflagefläche verteilt. Das ist komplizierter als es sich anhört, denn die einzelnen Federn neigen dazu, sich eigenständig zu dehnen, was zu einer ungleichmäßigen, buckligen Oberfläche der Matratze führen würde. Um das zu verhindern, ist eine diffizile Lastverteilung erforderlich, realisiert durch viele handgefertigte Drahtverbindungen, die die Federn miteinander verbinden. Nur eine Handvoll Hersteller verfügt über das Know-how, um solche hochwertigen Vollflächen-Federkerne herzustellen.Die Vorteile sind allerdings immens. Die Anpassung an die Körperform ist optimal. Auch das Aufstehen und Hinsetzen wird durch die Elastizität der Federn am Bettrand unterstützt. Und schließlich optimiert die vollflächige Verteilung der Federn auch die Belüftung der Matratze.

Softside ist die englischsprachige Bezeichnung für eine weich gestaltete Seite, was eine gute Kompromisslösung zwischen Liegekomfort und Preis beschreibt. Der Federkern bedeckt nur den größeren Teil der zentralen Zone – da, wo man sich beim Schlafen größtenteils aufhält. Die Strecke bis zum Bettrand überbrücken Schaumstoffteile, die den Federkern umschließen. Diese Bauart erlaubt die Verwendung eines kleineren und damit billigeren Federkerns. Bei den Vorteilen sind nur geringe Einbußen zu verzeichnen: Der weiche Rand erlaubt ebenfalls das komfortable Aufstehen und Hinsetzen, wenngleich die Unterstützung durch die Elastizität der Federn wegfällt. Die Situation der Belüftung ist wegen der Verwendung von offenporigem Schaumstoff zwar leicht eingeschränkt, aber durchaus vertretbar.

Übrigens: Gerade der Schaumstoffrand ist ein wichtiges Qualitätskriterium. Minderwertige Boxspringbetten beinhalten oft Schaumstoffe aus Billigproduktion. Das führt auf längere Sicht zu dauerhaften Einbuchtungen, die dem Bettrand eine unschöne, wellige Optik verleihen. Auch sind Billigprodukte in der Regel nicht atmungsaktiv, was die Belüftung des gesamten Betts massiv verschlechtert. Achten Sie hier auf die Materialeigenschaften: Gute Schaumstoffe haben eine Stauchhärte um 3 pKA und ein Raumgewicht über 45 Kilogramm pro Kubikmeter.

Bereits die Bezeichnung lässt die Qualitätseinschränkungen buchstäblich fühlbar werden. Ein Bett mit einer harten Umrandung – das bedeutet ein unangenehmes Gefühl beim Aufstehen und Hinsetzen und weitere Einschränkungen bei der Belüftung der Matratze. Allerdings gibt es auch Vorteile. Neben dem günstigeren Preis – ein Holzrahmen ist billiger als ein Schaumstoffrahmen – neigt der Bezugsstoff weniger zur Faltenbildung als bei einer weichen Umrandung.

Ein Kompromiss beim Kompromiss stellt die kombinierte Lösung aus harter und weicher Umrandung dar. Der Federkern wird unten durch eine Holzumrandung in Position gehalten, auf der eine weiche Umrandung aus Schaumstoff liegt. Das erlaubt einerseits eine stabile Positionierung des Federkerns, und bietet andererseits die Vorteile des bequemen Aufstehens und Hinsetzens. Entsprechend liegt auch der Preis zwischen einer Hardside– und einer Softside-Lösung.

Der Grund, warum diese Variante hier aufgeführt ist: Es handelt sich dabei um eine Imitation, die zwar aussieht wie ein Boxspringbett, aber keines ist. Das ist sogar seit 2017 in der überarbeiteten DIN 68871 so festgelegt: Betten, die statt eines Federkerns eine durchgehende Holzplatte zur Auflage der Matratze aufweisen, dürfen die Bezeichnung Boxspringbett nicht mehr führen. Die Nachteile sind massiv und können auch nicht durch Billigpreise ausgeglichen werden: Der Liegekomfort einer Matratze auf einem starren Brett ist mehr als fragwürdig, und von einer Belüftung des Betts kann keine Rede sein. Lassen Sie sich also durch ähnlich klingende Bezeichnungen nicht aufs Glatteis führen. Namen wie Boxbett oder Boxspringliege sind nur Versuche, minderwertige Billigprodukte unter der Flagge des Qualitätsbegriffs Boxspringbett segeln zu lassen.

Der Federkern – eine Wissenschaft für sich

Im Grunde ließe sich über den Federkern in Boxspringbetten ein eigener, ausführlicher Beitrag verfassen. Hier nur das Wesentliche:
Zum Einsatz im Federkern kommen im Wesentlichen drei Federtypen:

Auch dieser Federtyp ist in eine Stofftasche eingenäht, verfügt aber in der Mitte über eine Ausbuchtung – wie eine Tonne eben. Das verleiht der Feder eine hohe Widerstandskraft und erzeugt einen besseren Gegendruck dem Auflagegewicht gegenüber. Für den Einsatz in Federkernen stellen Tonnen-Taschenfedern die Idealbesetzung dar.

Dieser Federtyp ist an seiner taillierten Form leicht erkennbar. In Federkernen mit diesem Federtyp müssen alle Federn wegen ihres instabilen Dehnungspfads mit feinen Drähten miteinander verbunden werden, um sie zu stabilisieren. Achtung: nicht mit den Drahtverbindungen beim Vollflächen-Federkern verwechseln! Der Nachteil zeigt sich in der flächigen Verteilung des Auflagegewichts. Gute Federkerne unterstützen die verschieden schweren Körperpartien des Menschen punktuell und üben überall den genau richtigen Gegendruck aus. Bonellfedern sind wegen ihrer flächigen Gewichtsverteilung auf diesem Gebiet keine Champions.

Eine Taschenfeder trägt ihren Namen, weil sie in eine genau auf sie zugeschnittene Stofftasche eingenäht ist. Die Zylinder-Taschenfeder ist, wie der Name sagt, zylindrisch geformt, verfügt also weder über eine Taille noch eine Ausbuchtung. Durch ihre relativ hohe Nachgiebigkeit eignet sie sich vornehmlich für Matratzen, kommt aber auch in Boxspring-Federkernen zum Einsatz.

Die Zonen bestimmen den Liegekomfort

Die Unterteilung des Federkerns in mehrere Zonen unterschiedlicher Widerstandskraft bestimmt darüber, wie gut sich die Matratze an die Körperregionen des Benutzers anpasst. Die meisten guten Boxspringbetten bieten Federkerne mit zwischen fünf und sieben Zonen. Daraus lässt sich ableiten: Das ideale Boxspringbett verfügt im Boxspring über einen vollflächigen Federkern mit sieben Zonen, ausgestattet mit Tonnen-Taschenfedern.

Die Matratze – das Herz des Boxspringbetts

Die Matratze hat im Wesentlichen zwei Aufgaben: optimale Anpassung an die Körperform des Benutzers, auch bei Lageveränderungen, und eine effektive Luftzirkulation. Bei der Qualitätsbewertung gelten in etwa die gleichen Kriterien wie beim Federkern, wenn es um Federkernmatratzen geht. Eine eigene Produktkategorie bilden hier allerdings Kaltschaummatratzen und Viscoschaummatratzen. Bei Federkernmatratzen gilt wie beim Federkern das Prinzip: je mehr Zonen, desto besser. Einen Unterschied gibt es allerdings beim Federtyp. Wie bereits erwähnt, ist hier der Einsatz von Zylinder-Taschenfedern empfehlenswert, da Tonnen-Taschenfedern hier einen zu hohen Gegendruck entwickeln. Bei den Schaummatratzen haben die Kaltschaum-Varianten die Nase vorn. Zwar bieten auch Viscoschaummatratzen sehr gute Eigenschaften bei der Körperanpassung, doch liefern die Kaltschaummatratzen bei der Ergonomie leicht bessere Werte. Im Endeffekt ist es eine Frage der persönlichen Neigung und Liegeerfahrung, welcher Schaumvariante Sie den Vorzug geben wollen.

Der Topper – das Sahnehäubchen obenauf

Um Grunde wäre die dünne Oberschicht über der Matratze nicht wirklich erforderlich. Aber gerade sie macht den besonderen Reiz der skandinavischen Version des Boxspringbetts aus. Sie ist wie eine zusätzliche, dünne Matratze auf der Matratze, um dem Liegekomfort und dem Wohlbefinden die Krone aufzusetzen. Der Topper schmiegt sich an den Körper an und verteilt das Körpergewicht großflächig. Außerdem liefert er zusätzliche Einstiegshöhe und erleichtert das Beziehen des Betts ungemein. Mit anderen Worten: ein Luxus, auf den man nur schwer verzichten kann. Topper werden aus Latex, Viscoschaum, Kaltschaum oder Gelax hergestellt. Jedes der Materialien hat seine spezifischen Vorteile und Nachteile, die sich nicht unbedingt gegenseitig ausschließen müssen. Viele Boxspring-Enthusiasten haben beispielsweise zwei Topper: einen aus Viscoschaum mit seinem warmen Bettklima für den Winter, einen aus Gelax oder Kaltschaum mit seiner kühlen Anmutung für den Sommer.

Welcher Topper zu Ihnen passt

  • Schwitzer: Gelax, Latex oder Kaltschaum
  • Frierer: Visco
  • Unruhiger Schläfer: Latex oder Kaltschaum
  • Weicher: Latex und Gelax
  • Fester: Visco und Kaltschaum

Fazit

Die Anschaffung eines Boxspringbetts ist eine Angelegenheit, die mit Sorgfalt und etwas Geduld angegangen werden sollte. Allerdings kann auch die detaillierteste Beschreibung das persönliche Erleben nicht ersetzen. Wenn Sie wirklich wissen wollen, was das Faszinierende an Boxspringbetten ist, sollten Sie den Besuch in unserem Showroom nicht lange vor sich herschieben. Hier erhalten Sie nicht nur fachkundige und individuelle Beratung – hier erleben Sie Boxspringbetten live und in Farbe. Legen Sie sich einfach einmal drauf – jedes weitere Wort erübrigt sich.

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